Die alten Kriege

Im Dreißigjährigen Krieg, der die Glaubensspaltung auslöste, wurde auch unser Ort arg heimgesucht, und nicht ohne Grund hat der Marktrichter 1640 ein Steinkreuz mit folgender Inschrift errichten lassen:

"GOTT ZVE LOB UND EHR HAT ADAM FUX DERZEIT MARCKRICHTER ALHIE ZVR GEDECHTNVS DAS KREIZ SEZEN LASEN"

Dieses Kreuz steht am Ortsausgang in Richtung Goggendorf. Vor nicht allzu langer Zeit wurde von privater Hand eine Bildnische mit Beton ausgefüllt und mit einer modernen Bronzemadonna versehen.

Schwedische Soldaten brannten die kleine Ortschaft Naschendorf, zwischen Sitzendorf und Straning gelegen, nieder, und die Bewohner bauten ihren Ort nicht wieder auf, sondern siedelten sich in Sitzendorf, der heutigen Neustift, an.

Von den Franzosenkriegen berichten neben verschiedenen Aufzeichnungen zwei Geschichtsquellen:

Ein schlichtes Steinkreuz mit der Jahreszahl 1809 weist auf ein Gefecht zwischen einer österreichischen und einer französischen Patrouille hin.

Und eine Schützentafel, datiert mit 24. September 1800, welche die Burg Sitzendorf darstellt, erzählt in Versform:

"Beim Aufbruch Dietrichsteins ins Feld

erhoben wichtig sich der Bürgersöhne sieben,

zum Beispiel für die künftige Welt,

wie man in wahrer Not das Vaterland soll lieben."

 

 

Anschließend sind die Namen angeführt, von denen keiner mehr im Ort geläufig ist:

Bened. Sporn, Kanzleischreiber
Josef Wolschag
Lorenz Gschey
Christ. Manhold (Marhold?)
Josef Schüll (Schiel?)
Jakob Proßl
Josef Schindelig
Johann Priegler

Aber nicht nur die Feinde machten der Bevölkerung sehr zu schaffen; auch die eigenen Truppen und deren Verbündete wollten Quartier und Verpflegung haben. So hatten verbündete russische Truppen im Ort ihr Hauptquartier aufgeschlagen, und insgesamt waren im Ort und der nächsten Umgebung 40.000 Mann einquartiert.

Aus der Chronik ist weiters zu entnehmen, daß 1866 die Preußen auf ihrem Marsch nach Wien auch Sitzendorf heimsuchten. Am 2. August waren im Pfarrhof 38 Mann, dann der Stab mit 4 Offizieren und 37 Pferden untergebracht. Der Ort und die gesamte Gegend hatten sehr unter Kontributionen und Plünderungen zu leiden. Kaum waren die Preußen abgezogen, brach die Cholera aus, die in der Pfarre 75 Bewohner dahinraffte, davon 36 in Sitzendorf, 12 in Sitzenhart, 23 in Pranhartsberg und 4 in Kleinkirchberg.