Bründlräumen in Niederschleinz
von Johann Neuhold
Vor urdenklichen Zeiten befand sich unterhalb der Ortschaft Niederschleinz gegen den Wiesboden eine der Heiligen Dreifaltigkeit geweihte, hölzerne Kapelle. Neben dieser Kapelle war ein Bründl, das immer wieder verschlemmte. Daher kam es immer wieder zum so genannten Bründlräumen. Dieses wurde der Überlieferung nach von Mädchen (Jungfrauen) durchgeführt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine rege Wallfahrt zum Bründl und zur Kapelle. Besonders am Markustag (25. April) kamen auch Bewohner anderer Ortschaften zur Bründlkapelle. So sammelte sich im Laufe mehrerer Jahre im Opferstock ein Geldbetrag von 300,-- Gulden an. Im Jahr 1508 taten sich einige eifrige Männer hervor und wollten mit diesem Geld eine Kirche erbauen. Weitere Spenden, auch aus umliegenden Ortschaften, ermöglichten den Beginn eines Kirchenbaues ab dem Jahre 1515. Das Bründlräumen dauerte bis zum Jahre 1701 an. Es wird überliefert, dass das Bründlräumen besonders bei Trockenheit durchgeführt wurde und bald danach Regen einsetzte.