Die wichtige Rolle der Herkunft

Knochenfunde

Besiedelung in unserem Gemeindegebiet ist zumindest seit der Jungsteinzeit erwiesen und daher kommt der Tradition große Bedeutung zu.

Die fruchtbaren Böden zogen bereits vor 7.500 Jahren Ackerbauern an, die hier sesshaft wurden. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Zeugnisse menschlicher Besiedelung.

Natürlich sind schon viele Jahrtausende früher, während der Alt- und der Mittelsteinzeit, umherziehende Jägergruppen – vielleicht sogar der Neandertaler um 200.000 v. Chr., auf jeden Fall aber der Homo sapiens seit ca. 35.000 v. Chr. – durch das Schmidatal gezogen und haben hier ihre Zelte aufgeschlagen.

Die Großgemeinde Sitzendorf ist in der überaus glücklichen Lage, dass sie an beiden archäologischen Highlights, die der Bezirk Hollabrunn aufzuweisen hat – an den mittelneolithischen Kreisgrabenanlagen und an der größten Keltenstadt Europas – Anteil hat.

In Pranhartsberg liegen zwei zweifache Kreisgräben fast wie Zwillinge nebeneinander. Diese ältesten Monumentalbauten Europas, erbaut um 4800 v. Chr., hatten einen durch eine mächtige Holzpalisade abgeschlossenen Innenraum, dessen ursprünglicher Verwendungszweck bis heute noch nicht eindeutig geklärt ist.

Am Sandberg bei Roseldorf befindet sich eine ausgedehnte keltische Stadt mit ungefähr 40 Hektar Grundfläche. Hier wurden sehr viele Münzen geprägt. Daher wird von den Wissenschaftern mit gutem Grund von einem "Fürstensitz" gesprochen. Bei Grabungen im September 2009 wurde auf der Bergkuppe des Sandberges das fünfte keltische Heiligtum mit den Resten zahlreicher Opfergaben freigelegt, was als archäologische Sensation zu werten ist. Die Reste der Opfergaben bestehen aus Speerspitzen, Schwertklingen sowie Tier- und Menschenknochen.

Hinweistafel auf dem Sandberg

Logo Sandberg

Oben sehen Sie einen keltischen Gürtelhaken, welcher bei den Ausgrabungen auf dem Sandberg bei Roseldorf gefunden wurde und heute im Naturhistorischen Museum in Wien aufbewahrt wird. Er stellt auch das Logo für das Forschungsprojekt "Fürstensitz - Keltenstadt Sandberg Roseldorf/Platt" dar.

Zahlreiche weitere Funde aus der Ur- und Frühgeschichte auf dem heutigen Territorium der Großgemeinde vervollständigen das Bild über unsere Wurzeln. Diese Funde können teilweise im Krahuletz-Museum in Eggenburg, aber auch im Museum "Alte Hofmühle" in Hollabrunn und vor allem auch im Naturhistorischen Museum sowie im Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums in Wien besichtigt werden.


Einen kurzen Abriss über die Geschichte von Sitzendorf finden Sie hier.

Für weiterführende Informationen empfehlen wir einen Blick in unser Heimatbuch "Daheim in Sitzendorf" (ISBN  3-200-00577-7), erschienen 2006.