Wirtschaftlicher Aufschwung

Wirtschaftlicher Aufschwung

Die allgemeine Umstrukturierung in der Wirtschaft trug entscheidend zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Der gravierende Einschnitt aber war die Zerstörung des natürlich gewachsenen großen Wirtschaftsraumes der Monarchie. Die neu entstehenden Industriezentren sowie Angebote auf dem Dienstleistungsgebiet lösten einen Sog aus, dem viele junge Leute in unseren Dörfern erlagen, und der Beginn der Abwanderung in die Ballungsräume, vor allem nach Wien, war nicht mehr zu verhindern. So hatte Sitzendorf 1923 bei 218 Häusern 1.011 Einwohner, während 1955 bei 241 Häusern nur 912 Einwohner gezählt wurden.

Trotz aller Widerwärtigkeiten machte sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus einer wiedergewonnenen Lebensfreude eine Aufbruchstimmung breit; doch galt es vorderhand mit den Folgen des Krieges und der Willkür der Besatzungsmacht fertig zu werden. Das war die undankbare und wenig erfolgversprechende Aufgabe des ersten Nachkriegsbürgermeisters Franz Roch. Unter den Bürgermeistern Johann Friedrich (1950 - 1955}, Ferdinand Mayer (1955 - 1980) und Werner Withalm (1980 - 1995) konnte man darangehen, aufzuholen und auch schon vorschauend zu planen und zu wirken.

Bgm. Mayer kamen dabei seine Möglichkeiten als Abgeordneter zum Nationalrat zugute. Um nur einiges stichwortmäßig anzuführen: Hauptschulzubau und Fassade des Altbaues samt Installierung einer Elektroheizung, Befestigung der Ortsstraßen und -plätze, Kanalisierung, Ortsbeleuchtung, Schmidaregulierung, Wasserleitung, Volksschulneubau, Schmidabrücken, Friedhofgestaltung, Bildungswochen, Seniorenbetreuung, Blumenschmuckaktion, Gestaltung von Grünanlagen und Pflanzung unzähliger Bäume u.v.a.

Bgm. Werner Withalm führte den eingeschlagenen Weg erfolgreich fort. Ich denke an die Fassadenaktion, Ortserneuerung, Kellergasseninstandsetzung, Kulturwochen sowie an die zukunftsweisende Energiegewinnung in Form einer Strohheizung für die Volks- und Sonderschule. Im allgemeinen ist vieles anders geworden. Auch die Wohnkultur hat sich in einem ungeahnten Ausmaß verbessert, Handwerk und Gewerbe haben sich den zeitgemäßen Erfordernissen angepaßt, und vor allem in landwirtschaftlichen Belangen hat unser Markt wieder zentrale Aufgaben zu erfüllen. Das Lager-Haus (aus dem Schüttkasten der Grundherrschaft hervorgegangen), die Mühle mit Getreide und Futtermittelhandel, die Zuckerrüben- und Traubenübernahmestellen bestätigen dies.